Bei strahlendem Sonnenschein und vor einer gut gefüllten In(n) Energie Arena lieferten die Kirchdorf Wildcats dem Mitfavoriten aus Nürnberg einen großen Kampf. Über weite Strecken hatten die Gastgeber die Partie unter Kontrolle und führten bis kurz vor Schluss mit 20:8. Doch eine furiose Aufholjagd der Nürnberg Rams sorgte am Ende für eine äußerst bittere 20:23-Niederlage aus Sicht der Wildcats.
Bereits zu Beginn überraschten die Gäste mit einem Onside Kick. Der Versuch misslang jedoch, da der Ball die erforderliche Distanz nicht erreichte, und so starteten die Wildcats mit dem ersten Ballbesitz in die Partie. Was folgte, war ein hart umkämpftes erstes Viertel, in dem beide Defensivreihen den Ton angaben. Zwar gelangen sowohl den Wildcats als auch den Rams immer wieder einzelne gute Aktionen, doch spätestens in der gegnerischen Hälfte war meist Endstation. Auch eine Interception von Justus Babl brachte zunächst keine Punkte ein. Die Wildcats arbeiteten sich zwar bis kurz vor die Nürnberger Endzone vor, mussten den Ball jedoch nach einer eigenen Interception wieder abgeben. So blieb es nach den ersten zwölf Minuten beim 0:0.
Das Bild änderte sich auch im zweiten Viertel zunächst kaum. Viele Strafen und wechselnde Ballbesitze verhinderten einen offensiven Rhythmus auf beiden Seiten. Dann sorgte jedoch Quarterback Armani Edden für den ersten großen Höhepunkt des Nachmittags. Mit einem spektakulären 54-Yard-Lauf brachte er sein Team bis unmittelbar vor die Endzone der Rams. Wenige Spielzüge später fand er Nils Lübbe mit einem kurzen Pass zum ersten Touchdown des Spiels. Markus Niedermaier verwandelte den Extrapunkt sicher zur 7:0-Führung.
Die Nürnberger versuchten direkt zu antworten und standen wenig später selbst in aussichtsreicher Feldposition. Doch die Wildcats-Defense präsentierte sich weiterhin hellwach. Andre Brenzinger fing einen Pass der Gäste ab und beendete den Angriff vorzeitig. Da auch die Wildcats aus ihrem anschließenden Ballbesitz kein weiteres Kapital schlagen konnten, ging es mit einer knappen, aber verdienten 7:0-Führung in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Wildcats den besseren Start. Die Defense zwang Nürnberg erneut schnell zum Punt, während die Offense nun immer besser ins Rollen kam. Vor allem Shane Deshotel setzte mit mehreren starken Läufen wichtige Akzente und führte sein Team tief in die Hälfte der Rams. Den Abschluss eines starken Drives besorgte erneut Armani Edden, der Thomas Klinger mit einem kurzen Touchdown-Pass bediente. Markus Niedermaier erhöhte auf 14:0 und die Wildcats schienen die Partie nun fest im Griff zu haben.
Doch wer dachte, das Spiel sei damit entschieden, wurde eines Besseren belehrt. Die Rams kämpften sich im Schlussviertel zurück und nutzten ihre erste echte Gelegenheit konsequent aus. Nach mehreren erfolgreichen Pässen stand Nürnberg direkt vor der Endzone und verkürzte mit einem kurzen Lauf auf 14:6. Auch die anschließende Two-Point-Conversion gelang, wodurch der Vorsprung der Wildcats auf nur noch sechs Punkte zusammenschmolz.
Die Partie wurde nun zunehmend hektischer. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, ehe die Wildcats noch einmal zurückschlagen konnten. Nach starken Offensivaktionen von Tom Stecher und Lukas Obermaier arbeiteten sich die Gastgeber erneut in aussichtsreiche Position. Schließlich fand Armani Edden Manuel Obermaier in der Endzone und stellte mit seinem dritten Touchdown-Pass des Tages auf 20:8. Der Extrapunktversuch blieb jedoch erfolglos – eine verpasste Chance, die sich später noch bemerkbar machen sollte.
Denn die Gäste antworteten postwendend. Mit einem 54-Yard-Touchdown-Pass verkürzten die Rams auf 20:15 und brachten die Partie endgültig wieder zum Kippen. Als Nürnberg anschließend erneut einen Onside Kick versuchte, hielt die gesamte In(n) Energie Arena den Atem an. Diesmal war der Versuch erfolgreich und die Rams erhielten den Ball zurück. Die Gäste nutzten das Momentum eiskalt aus, marschierten erneut über das Feld und gingen nach einem weiteren Touchdown inklusive erfolgreicher Two-Point-Conversion erstmals mit 23:20 in Führung.
Den Wildcats blieben nur noch wenige Sekunden, um eine Antwort zu finden. Tatsächlich gelang es der Offense noch einmal, sich gefährlich bis in die Nähe der Nürnberger Endzone vorzuarbeiten. Doch die Uhr lief unerbittlich herunter und so fehlte am Ende die Zeit für den entscheidenden Spielzug.
Die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff war entsprechend groß, denn über weite Strecken hatten die Wildcats den Gegner aus Nürnberg kontrolliert und standen kurz vor einem wichtigen Heimsieg. Stattdessen mussten sie sich nach einer dramatischen Schlussphase mit 20:23 geschlagen geben.
„Wir haben uns heute am Ende selbst geschlagen. Gegen ein Team wie Nürnberg darf man sich nicht so viele Fehler erlauben“, fasste Head Coach Tobias Egger die Partie treffend zusammen.
Trotz der Niederlage bleibt die starke Unterstützung der Fans in positiver Erinnerung. Die Zuschauer sorgten über die gesamte Spielzeit für eine großartige Atmosphäre und unterstützten ihr Team bis zur letzten Sekunde lautstark.
Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich den Wildcats am Samstag, den 27. Juni 2026. Dann gastieren die Munich Cowboys II in der In(n) Energie Arena. Kickoff ist um 16:00 Uhr.